Mein Arbeitsverständnis

Wenn auch am Beginn einer Beratung oder Therapie die Erkenntnis steht alleine nicht weiter zu wissen, so ist das aus meiner Sicht keinesweg ein Eingeständnis von Unvermögen. Es ist vielmehr die Fähigkeit die eigenen Grenzen zu sehen und sich Unterstützung zu holen. Oder anders gesagt, die Themen ernst zu nehmen, mit denen Sie zur Zeit beschäftigt sind, genauso Ihre Unzufriedenheit, Ihre Not, Ihre Sehnsucht und Ihre Wünsche sich und Ihr Leben zu verändern.

Meine Arbeit bedeutet für mich als erstes einen sicheren, vertrauensvollen Raum zu schaffen, in dem die eigene Situation in Ruhe, genau und ganzheitlich gesehen und verstanden werden kann. Die Erlaubnis wirklich wahrzunehmen was ist, ist der erste Schritt in Richtung Entwicklung und Veränderung.

Entwicklungsprozesse und Veränderungen brauchen darüber hinaus einen Zugang zu den eigenen Ressourcen, zu den Fähigkeiten sich zu unterstützen und die Unterstützung Anderer anzufragen bzw. anzunehmen. Eine Portion Humor, Neugier, Achtsamkeit und Mut sind gutes Proviant auf dem Weg Neues zu finden und auszuprobieren.

Als Psychotherapeutin verstehe ich mich dabei nicht als die „besser wissende Expertin“, die „alle“ oder „die richtigen“ Lösungen „für Alles“ kennt. Ich gehe davon aus, dass jeder Mensch seine Lösung für seine momentan schwierige Situation in sich trägt und finden kann.

Ich zeige mich in meiner Arbeit sowohl mit meiner Fachlichkeit als auch als Person. In meinen Gruppen und Kursen genauso, wie in Beratung und Psychotherapie. Faszinierend ist für mich in der gestalttherapeutischen Arbeit gerade auch dieser Aspekt: dass Professionalität persönliche, zutiefst menschliche Begegnung beinhaltet. Dabei profitiere ich neben meinen langjährigen beruflichen Erfahrungen auch von meinen Erfahrungen im Leben mit meinem Mann und unseren Kindern, die mich bereichern und meiner Arbeit immer wieder Impulse geben.

Gespräche miteinander zuweilen ergänzt werden durch das Experimentieren mit ausgesprochenen (statt für sich alleine gedachten) Selbstgesprächen, mit Körperübungen, mit Musikstücken oder Klängen archaischer Instrumente, mit therapeutischen Geschichten, mit inneren oder auch in der Sitzung gemalten Bildern. Vieles wird dabei sichtbar, hörbar oder spürbar, so dass …

  • Menschen sich und ihre Bedürfnisse bewußter wahrnehmen können
  • sie sich in ihrer Individualität und in ihrer Verbundenheit mit anderen Menschen erfahren
  • sie entdecken, wie sie mit sich und anderen Menschen umgehen – wie sie in Schwierigkeiten kommen und sich möglicherweise selber im Weg stehen
  • sie ihre Fähigkeiten erkennen
  • sie durch neue Erfahrungen neue Fähigkeiten lernen

Ich lade dazu ein, mit Erfahrungen aus den Sitzungen (kleine) Experimente und damit neue Erfahrungen auch im Alltag zu machen.
Die gemeinsame Arbeit ist der geschützte Entwicklungsraum. Das Leben findet jedoch in der Welt außerhalb des Therapieraumes statt und will Schritt für Schritt wieder (neu) gelebt werden.

Beratung ist meist zeitlich begrenzt und bezieht sich auf ein bestimmtes Thema. Sie dient der Klärung von Schwierigkeiten und Wünschen, fördert das (Wieder-) entdecken vorhandener Fähigkeiten und unterstützt kreative Lösungen.
Diese Prozesse sind durchaus auch therapeutisch wirksam.

In einer Psychotherapie geht es darüber hinaus um den Wunsch in einem persönlichen Veränderungsprozess zu wachsen. Dabei spielen Muster, die in Beziehungen und Handlungsweisen immer wieder erkennbar werden, eine wichtige Rolle.
Psychotherapie beinhaltet auch beratende Aspekte hinsichtlich bestimmter Fragestellungen.

Auf jedem Weg entwickeln sich immer wieder spannende Prozesse des Miteinanders, in denen sich Menschen in ihrer Entwicklung gleichermaßen gefördert und gefordert fühlen. Dabei lasse ich mich dabei auf die Eigenheit meiner Klientinnen und Klienten ein. Ich achte sie und bestätige sie in ihrer Individualität.